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München – Paris – Eifelturm

Bahnt sich ein neues Sommermärchen an?

fussball

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war ziemlich genau vor zehn Jahren, als für uns hier in Deutschland das begann, was anschließend in die Geschichte einging. Nach den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen, die im Zeichen nationalistischer Überlegenheitsdemonstration standen, ergriffen die deutschen Bürger die Gelegenheit zu zeigen, dass der „Deutsche“ sympathisch und weltoffen sein kann. Es kam zur Verbrüderung mit einer Vielzahl anderer Nationen, wie es vorher nicht zu erwarten war. War der deutsche Urlauber bislang im Ausland eher mit Respekt in Bezug auf seine Kaufkraft geduldet,  wurde er hierdurch auf Platz 1 der Lieblingsurlauber im Weltranking katapultiert.  Der Auslöser war die Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

Dabei ist es keineswegs so, dass es zwischen 1936 und 2006 keine sportlichen Großereignisse gegeben hätte.  1972 fanden die olympischen Sommerspiele in München statt, die jedoch durch einen blutigen Terrorakt negativ überlagert wurden. 1974 war es dann die Fußballweltmeisterschaft, bei der die deutsche Mannschaft im Endspiel gegen die Niederlande Weltmeister wurde.  In der Tat gab es bereits vorher dramatische Turniere, in denen Sportler zu Helden erkoren wurden. Denken wir nur mal an das „Wunder von Bern“, das einen beeindruckenden Filmstoff lieferte. Als krasser Außenseiter ins Turnier gestartet, schlug Deutschland den als unbezwingbar geltenden Favoriten Ungarn und wurde 1954 Weltmeister. Der Sieg jedoch zählte weit mehr als der sportliche Erfolg. Es war auch ein großes Stück Motivation, für eine zerbombte darniederliegende Nation für den Wiederaufbau. Und dennoch war der Begriff Sommermärchen für die damalige Zukunft bestimmt.

Das herausragende am Sommermärchen 2006  war kein Titelgewinn. Es reichte lediglich zu Platz 3. Doch das couragierte Auftreten einer jungen Mannschaft machte richtig Freude. Die ganze Welt teilte hierzu die Begeisterung und das deutsche Publikum nahm die Gäste aus allen Ländern mit in ihre Feierlaune. Dabei war es nur von untergeordneter Bedeutung, dass man im Halbfinale gegen Italien wieder einmal den Kürzeren zog.  Sport kann faszinieren, doch man muss nicht immer Sieger sein. Als Verlierer kann man unter Umständen noch mehr gewinnen. Was den rein sportlichen Erfolg betrifft, so kann dieser plötzlich ganz überraschend da sein wie in Bern oder auch etwas länger dauern. Immerhin acht Jahre später wurde diese nahezu gleiche Deutsche Nationalmannschaft Weltmeister in Brasilien inklusive  Kantersieg gegen die Heimmannschaft.

„Der Ball ist rund; - das Spiel dauert 90 Minuten; - nach dem Spiel ist vor dem Spiel; - das nächste Spiel ist immer das schwerste; - der Ball hat immer die beste Kondition“, sind Zitate von Sepp Herberger, der als Trainer  des Berner Wunders in den Geschichtsbüchern verewigt ist.

Dagegen gilt der Spruch „Fußball ist die schönste Nebensache der Welt“ schon längst nicht mehr. Für viele ist dieser Sport inzwischen zu einer Art Religion geworden. Religiös begründete Motivation ist auch die Ursache, dass einige das Turnier aus einem ängstlichen Blickwinkel betrachten. Wie sollten wir dazu stehen? Letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Doch sollten wir nicht die Asozialen dominieren lassen, die keinen Spaß verstehen und uns die Lebensfreude zu vermiesen trachten. Schließlich ist das Leben insgesamt ein Abenteuer und wer die Angst bestimmen lässt,  hat automatisch verloren.

 

 
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