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Mittenwald 2010

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1000 Jahre urkundliche Erwähnung

Weilheim und Polling feiern das Festjahr 2010Polling01

„Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit Heinrich, von Gottes Gnaden König. […] [D]ie Gemeinschaft aller Christgläubigen [soll] wissen, daß wir, erfüllt von der Liebe zu Gott und für unser Seelenheil, […] den Grundbesitz, der in den Dörfern Polling, Wilhaim, Ubingen, Rieden, Antisteti, Ascherigun, Hunenwanc, Pfafenoven gelegen ist und dem Kloster [Polling] […] vermutlich gehört hat […], jetzt an eben dieses Kloster ohne Abstriche abtreten und schenken […].“

Dies ist die erste urkundliche Erwähnung der heutigen Stadt Weilheim und einiger der umliegenden Dörfer und Gemeinden. Die Urkunde, der eine Enteignung des Klosters und der Gemeinden durch Herzog Arnulf (907-937) vorausging, belegt die Rückgabe der „Grundstücke, Gebäude, Wiesen, […] und Jagdrechte […]“ durch König Heinrich, den  späteren Kaiser Heinrich II, am 16. April des Jahres 1010 zu Regensburg.

Für Polling hat die Restitutionsurkunde noch eine ganz besondere Bedeutung: Sie gilt als Beleg für die Wiedergründung des Klosters und markiert somit die Rückkehr aus einer langen Zeit ohne Geschichte.

„Wilhaim“, auch als „Wilhain“ zu finden, blickt auf ein Jahrtausend zurück, das zwar Schicksalsschläge bescherte (1382, 1434 und 1810 kam es zu verheerenden Bränden in der Altstadt, im Dreißigjährigen Krieg erlitten die Weilheimer Besetzung und Geiselnahmen durch Schwedische Truppen), in dem sich aber auch ein reger Handwerks- und Kunstbetrieb entwickelte. Mit Kirchen und Klöstern als Auftraggebern brachte das 17. Jahrhundert eine Blüte des Kunsthandwerks.

Die Industrialisierung bringt 1862 die erste Gasbeleuchtung und mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke nach München im Jahre 1866 einen immensen Aufschwung. Am 16. Mai 1923 nimmt die Post in Weilheim das erste Selbstwähl-Fer nsprechamt der Welt in Betrieb.

Weilheim und Polling nehmen das tausendste Jahr ihrer ersten urkundlichen Erwähnung zum Anlass für zahlreiche Feierlichkeiten, beginnend am 26. März mit der Weilheimer Passion aus dem Jahre 1600 von Johann Älbl. Für alle, die sich ausführlicher informieren möchten über die geplanten Veranstaltungen, die auch Märkte, Theater und natürlich viel Historisches umfassen, ist ab Mitte Dezember 2009 eine Jahresbroschüre allgemein erhältlich.              - JS

 
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