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Künstler in der Sparkasse

Eva Maria Rapp – die Malerin

Im Interview mit Rupert Reggel


Frau Rapp, wie sind Sie zum Malen gekommen?

Schon von jeher war mein Leben gestalterisch geprägt. Nach dem Gymnasium in Murnau habe ich zunächst eine Ausbildung zur Schneiderin gemacht. Neben der Fachhochschulreife für Gestaltung absolvierte ich ein Praktikum bei einem Goldschmied und erwarb ein Diplom als Visagistin und Kosmetikerin. Hautnahe Praxis erhielt ich im Rahmen meiner 20jährigen Tätigkeit als Designerin für Kindermode bei der Firma Hummelsheim, wobei ich zwangsläufig mein Zeichentalent professionalisierte.

Und wie kam es dann zum Bildermalen?

Vor 10 Jahren erhielt ich ein Weihnachtsgeschenk von meinem Mann, das heute noch zu den schönsten zählt. Es war ein Malkurs bei der Malinsel von Greta Rief in Obersöchering.

Was war da so besonders daran?

Diese Malschule ist für mich ein nicht endender Fundus von Inspiration und neuen Entdeckungen. Unter dezenter Anleitung gelingt es Greta ihren Schülern eine ungeheure Freiheit zu vermitteln, die zum Experimentieren herausfordert und es ermöglicht, sich selbst zu finden. Dabei entstehen unvergleichbare vielschichtige Arbeiten mit Phantasie und Ausdruckskraft.

Wenn man Ihre Bilder betrachtet, scheinen Sie Ihren Stil gefunden zu haben .

Man lernt natürlich nie aus. Somit ist sicherlich noch eine Weiterentwicklung zu erwarten.

Inzwischen ist für mich jedoch Malen zu einer Sucht geworden. Ohne Malerei könnte ich heute kein ausgeglichener und glücklicher Mensch mehr sein.

Worin liegt die Ursache dieser Sucht?

Malen ist für mich wie eine Fahrt auf eine weit entfernte Insel. Die Distanz zum Alltag wird immer größer bis ich in meiner eigenen Welt lande. Ich genieße die Freiheit, Gefühle auszudrücken, so wie sie mir spontan einfallen. Wann immer mich ein Thema beschäftigt, tauche ich ein und lasse mich von meinen Gedanken und Gefühlen leiten, ohne Angst, das Bild könnte nicht gefallen.

Welche Themen und Motive inspirieren Sie besonders?

Da steht natürlich der Markt Murnau mit seinen vielfältigen Schattierungen und seiner Umgebung wie das Murnauer Moos im Vordergrund. Natürlich üben auch diverse Reisen einen nicht unbedeutenden Eindruck aus. Insbesondere Irland mit seiner Landschaft und seinen Cottages. Nicht zu vergessen: Tiere aller Art, nachdem ich doch sehr tierlieb bin.

Viele Ihre Bilder sehen wie Aquarelle aus, und doch wieder nicht.

In der Tat. Ich bevorzuge es, mich mit kräftigen Farben auszudrücken. Deshalb wende ich vorwiegend Mischtechniken an. Dabei lasse ich dem Zufall einen breiten Raum. Die festen Konturen, die das Bild vollenden geben ihm Kraft und Halt. Aus diesem Grund erhält auch jedes Bild einen Rahmen. Erst wenn das Gemälde gerahmt ist, ist das Thema abgeschlossen.

Bei soviel Intensität, haben Sie dabei überhaupt noch für andere Dinge Zeit?

Um Himmels Willen! Vorrangig habe ich natürlich einen Haushalt mit Ehemann, zwei Söhnen und zwei bis drei Hunden zu versorgen. Eine weitere Leidenschaft ist dem Tanz gewidmet. Jazzdance und Musical Dance haben nebenbei die positive Eigenschaft, sich fit zu halten.

Können Sie sich leicht von Ihren Bildern trennen?

Klar gibt es diverse Werke, von denen ich mich nicht trennen möchte. Nach und nach haben sich jedoch so viele Bilder angesammelt, dass ich sie unmöglich noch alle aufhängen kann. Inzwischen macht es mich stolz, wenn sich Menschen für meine Bilder interessieren.

Was kostet es, einen Original Rapp als sein eigen zu nennen?

Zum Glück bin ich nicht darauf angewiesen, vorwiegend vom Bilderverkauf leben zu müssen. Wer gerne ein Bild von mir haben möchte, der soll es sich unabhängig vom Geldbeutel auch leisten können. Mit Preisen, die sich zwischen 120 und 250 Euro inklusive Rahmen bewegen, sollte die finanzielle Hürde nicht unüberwindbar sein.

Das kann man nun wirklich nicht behaupten. Somit ist ein „echter Rapp“ ein wahres Schnäppchen auf dem Kunstmarkt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit das Potential zur Wertsteigerung hat.